Worauf ist beim Anziehen von Gartenkräutern zu achten?

Wie bei jedem frischen Obst oder Gemüse sind Kräuter die köstlichsten, wenn sie direkt im eigenen Garten geerntet werden können. Vor dem Pflanzen der Kräuter muss jedoch eine wichtige Entscheidung getroffen werden. Soll man die Kräuter sich selbst säen oder fertige Pflanzen kaufen? 

Wenn man Kräuter selbst anbauen möchte, braucht man etwas mehr Geduld, aber kann dafür den gesamten Wachstumsprozess erleben. Das ist gerade für Kinder eine tolle Erfahrung. Wenn Sie auf ein paar Kleinigkeiten achten, ist der Anbau von Kräutern ein Kinderspiel.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Aussaat von Kräutern?

Das Gute bei der Aussaat von Kräutern ist, dass es bei der Anzucht von Kräutern nur unter bestimmten Bedingungen auf den richtigen Zeitpunkt ankommt. Draußen kann man von den Frühjahrsmonaten an bis zum Spätsommer hin Gartenkräuter aussehen. Im Haus oder in der Wohnung selber kann die Aussaat das ganze Jahr über durchgeführt werden. 

Von November bis Januar sollte man jedoch aufgrund der geringeren Temperaturen und der kürzeren Sonnenscheindauer mit einem etwas schwächeren Wachstum rechnen. Es empfiehlt sich daher, die Jungpflanzen an einem sehr hellen Ort aufzustellen. Ein lichtdurchfluteter Ort wie eine Fensterbank ist schon gut aber noch besser wäre ein Treibhaus.

Kräuter im Aussaatkalender

Welche Kräuter können wann & wo gepflanzt werden? Wie viel Pflege benötigen die kleinen Anzuchtkräuter? Welche Kräuter können bereits in der Küche gezogen werden und welche Kräuter sollten besser gleich im Garten anpflanzen? Die Antworten auf diese Fragen und noch viel mehr finden Sie in unserem folgenden Abschnitt zum Aussaatkalender.

Welchen Standort wählt man beim Kräuter pflanzen?

Die verschiedenen Kräuter haben sehr unterschiedliche Anforderungen. Die meisten mediterranen Kräuter lieben sonnige Standorte und einen sandigen Boden (Rosmarin, Thymian, Lavendel, Oregano). Der Platz an der Sonne hat einen positiven Einfluss auf Wachstum, Aroma und Inhaltsstoffe. Andere Kräuter mögen es mäßig feucht und warm (Schnittlauch, Petersilie, Salbei) oder feucht und schattig (Minze, Melisse, Sauerampfer, Kresse).

Die meisten Kräuterarten lieben durchlässige Böden mit einem nicht zu hohen, aber ausgewogenen Nährstoffgehalt. Vor allem im Topfgarten bietet sich ein Anbau- und Kräuterboden an. Aber auch schwere, lehmige oder nährstoffarme, sandige Gartenerde ist für Kräuter sehr gut geeignet.

Eine Kräuterspirale erfüllt perfekt die unterschiedlichen Anforderungen der Pflanzen. Durch die Spiralkonstruktion ist der höchste Punkt in der Mitte trocken und sonnig. Die mittlere Zone ist ideal für Kräuter, die mäßig feucht und warm sind. Der Boden sammelt den größten Teil der Feuchtigkeit und der Bereich liegt leicht im Schatten.

Der Aufbau einer Kräuterspirale

Eine Kräuterspirale windet sich um einen Steinhaufen und steigt dabei von außen nach innen kontinuierlich an. Der ausgefüllte Boden wird zunehmend nach oben mit Sand vermischt, um ihn durchlässiger zu machen.

Von unten gesehen beginnt die Kräuterschnecke im Idealfall mit einer Wasserquelle, wie zu Beispiel einem kleinen Teich auf der südlichen Seite. Die Wasserquelle sorgt für ein feuchtes Mikroklima der Spirale.

Der mittlere Teil wird als Normalzone bezeichnet. Der Boden hier entspricht den typischen mitteleuropäischen Wachstumsbedingungen, da er ebenfalls humusartig, aber durchlässiger als in der Nasszone ist. Es gibt auch hier bereits Pflanzstellen, die im Halbschatten liegen, was Kräutern wie Petersilie, Oregano, Estragon, Basilikum, Koriander, Kreuzkümmel oder Basilikum zu gutem Wachstum verhilft.

Der obere Teil der Spirale bildet eine trockene Zone magerem und durchlässigem Boden. Die innere Struktur der Kräuterspirale sorgt für eine gute Drainage. Hier herrschen ideale Bedingungen für zahlreiche mediterrane Kräuter wie Salbei, Thymian oder Lavendel.

Der Übergang zwischen den Bereichen der Kräuterschnecke ist fließend und deckt ein breites Spektrum von Wachstumsbedingungen ab.

Aktivtiger-Tipp:

Sie haben kein halbschattiges Plätzchen im Garten? Kein Problem, bauen sie in der Mitte der Spirale ein etwa 6-7 cm dickes Rohr mit ein. In dieses können sie dann bei Bedarf einen Sonnenschirm für ihre Kräuter einstecken, und somit auch an sonnigen Tagen etwas Schatten bereitstellen.

Wer hat die Kräuterschnecke erfunden?

Die pflanzliche Spirale geht auf den Australier Bill Mollison zurück, der 1981 für sein Konzept der Permakultur mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet wurde. Im selben Jahr beschrieb er in einem Vortrag, wie er 1978 die Kräuterspirale erfand und sich von den Sandmustern der Aborigines inspirieren ließ.

In seinem 1988 erschienenen Buch Permakultur: A Designers’ Manual, erläuterte er das Vorhandensein der Spiralform in der Natur und bei verschiedenen Naturvölkern. Gleichzeitig fügte er eine Darstellung seiner Kräuterspirale hinzu. Von den Bestandteilen der Permakultur war die Kräuterspirale gleich zu Beginn sehr erfolgreich. Zahlreiche Berufs- und Hobbygärtner auf der ganzen Welt haben sie mittlerweile nachempfunden, und auch auf Gartenschauen und in Modellgärten wird sie immer wieder gesehen.

Mittlerweile gibt es ganze Bausätze zu kaufen, die das Gestalten der Kräuterschnecke im eigenen Garten erleichtern.

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Was muss man beim Pflegen der Kräuter beachten?

Das richtige Gießen

Kräuter muss man regelmäßig gießen, damit sie gut und kräftig gedeihen können. Das gilt vor allem dann, wenn es längere Zeit nicht geregnet hat. Mediterrane, hitzegeliebte Arten bevorzugen leicht abgestandenes, erwärmtes Wasser. Hier kann man also gern zum Wasser aus der Regentonne greifen.

Kräuter düngen

Für ein gesundes, starkes Wachstum und die Bildung von Aromen benötigen Kräuter ausreichend Dünger. Deshalb sollte man sie in den Monaten März bis Oktober regelmäßig düngen. Für die Düngung mit dem Bewässerungswasser empfehlen wir von garten-fibel.com einen pflanzlichen Flüssigdünger. 

Wer lieber einen festen Dünger verwenden möchte, kann mit Guano einen natürlichen Dünger in Betracht ziehen. Ursprünglich bei liefert nicht nur Tomaten und Gartengemüse verwendet, kann man ihn auch super für Kräuter nutzen, da er sie mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.

Verschneiden der Kräuter

Ein Verschnitt nach der Blüte hält die Kräuter zusammen. Kräuterarten, die sich vor allem über ihre Wurzeln erweitern und Ausläufer bilden müssen unterirdisch geschnitten werden.

Kräuter ernten

Kräuter sind in Bezug auf Gesundheit und Geschmack am reichhaltigsten, wenn sie frisch geerntet verwendet werden. Die beste Zeit zum Ernten ist in meistens vor der Blüte wie bei: Majoran, Petersilie, Kresse, Estragon, Basilikum, Kerbel und Senf.

Blühende Pflanzen sind schnell faserig und schmecken dann bitter. Bei immergrünen Sträuchern dient die Ernte von Triebspitzen oder ganzen Trieben der Verjüngung und Pflege der Sträucher. Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie und Dill sollte man immer in Portionen ernten, damit die Kräuter genügend Zeit zum Nachwachsen haben. Kresse und Kerbel kann man vollständig abernten, da sie nicht wieder nachwachsen.

Triebe von Thymian oder Rosmarin  sollte man nach dem Blühen ernten und warm und an einem trockenen aber luftigen Platz in Bündeln aufhängen. Wenn die Blätter bei Berührung rascheln, kann man sie einfach von den Zweigen in ein dunkles Glas abstreifen. Dunkle Gläser eigenen sich hervorragend zur Lagerung dieser Kräuter.

Wie halten sich Kräuter am besten frisch?

Zarte Blattkräuter, zu denen zum Beispiel Schnittlauch und Dill gehört sollte man vor der Blüte ernten und klein schneiden. Jetzt kann man diese in Eiswürfelbehältern verteilen, mit Wasser auffüllen und in den Gefrierschrank stellen. So erhält man fertige kleine Kräuterportionen, die praktisch in der Anwendung sind.

In 6 Schritten zur eigenen Kräuterzucht

  1. Füllen des Pflanzgefäßes:
    Das Pflanzgefäß, wie ein Pflanztopf oder eine Pflanzschale bis kurz vor dem Rand mit Blumen- oder Anzuchterde füllen und diese gleichmäßig im Gefäß verteilen. Zum Schluss die Erde noch leicht andrücken.
  2. Aussähen der Kräuter:
    Die Erde oder die Kräutersamen mit einem Wassersprüher leicht befeuchten und gleichmäßig auf die Erde aufbringen. Dabei sollten die Samen nicht zu eng beieinander liegen. Im Anschluss eine dünne Schicht Erde aufbringen und mit einer kleinen Fläche, wie einem Glas- oder Tassenboden andrücken (der Handrücken geht natürlich auch).
  3. Die Aussaat abdecken und platzieren:
    Die Pflanzgefäße mit dem frischen Saatgut sollte man nun bedecken und an einen warmen Platz stellen. Bei einer Temperatur von 20-22° C erhält man optimale Bedingungen für die Entwicklung der Keime.
  4. Wann zeigen sich die ersten Keimlinge?
    Abhängig von der Kräuterart zeigen sich nach ca. 1-2 Wochen die ersten Keimlinge. Wenn die geschieht ist der Zeitpunkt gekommen für besonders viel natürliches Licht zu sorgen, um das Wachstum anzuregen. Viel Licht ist jedoch nicht gleichbedeutend mit direktem Sonnenschein. Ein südlich ausgerichtetes Fenster ist ohne weiteren Lichtschutz nicht gut geeignet.
  5. Verdünnen der Aussaat und umtopfen:
    Wenn die ersten Blattpärchen von den Jungpflanzen auftauchen, müssen sie ausgedünnt werden, wenn sie zu dicht aneinander stehen. Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt gekommen, um die kleinen Kräuterlinge zu verpflanzen, wenn sie im Topf oder im Garten weitere wachsen sollen. Man muss die Erde weiterhin gut feucht halten, kann aber ab sofort die Abdeckung weglassen.
  6. Pflegen, gießen und bei Bedarf auch düngen:
    Für ein gutes Wachstum von Pflanzen sind generell Nährstoffe wichtig, die über die Wurzeln mit aufgenommen werden. Vor allem Stickstoff ist dafür unerlässlich. Während Phosphor sehr gut für die Wurzelbildung ist, stärkt Kalium die Pflanzenstruktur und wird für eine gute Widerstandsfähigkeit gebraucht. Am Ende spiegelt sich das im Geschmack wieder, denn nur gesunde Kräuter entwickeln ein volles Aroma.
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