Was bewirkt Urgesteinsmehl – lohnt es sich Gesteinsmehl zu kaufen?

Was ist Urgesteinsmehl?

Gesteinsmehl, das oft auch unter dem Namen Urgesteinsmehl verkauft wird, ist ein sehr fein gemahlenes Material, dass in der Regel aus Basalt- oder Lavagestein gewonnen wird. Es ist ein sogenannter Bodenzusatz, der den Boden mit mineralischen Spurenelementen anreichert.

Insbesondere in Biogärten wird das Substrat als Hilfsmittel zur Verbesserung der Bodenqualität eingesetzt. Es findet auch häufig bei der Herstellung von Pflanzenfutter Verwendung, da es den starken Geruch abschwächt. Der Name „Gesteinsmehl“, ob mit oder ohne Ur- ist nicht geschützt. Wichtig ist aber, dass man sich über die Anwendungsgebiete informiert, bevor man Urgesteinsmehl kaufen will.

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Woher kommt Urgesteinsmehl, bzw, was ist der Ursprung von Gesteinsmehl?

Im Wesentlichen basiert Urgesteinsmehl auf versteinerter Lava wie Basalt oder dem weniger bekannten Diabas. Die Gesteine stammen von prähistorischen Vulkanausbrüchen. Daher trägt das Gesteinsmehl die Vorsilbe „Ur“- für „urzeitlich“.Vor etwa 20 bis 30 Millionen Jahren gab es im heutigen Deutschland noch aktive Vulkane. Die Vulkaneifel in der Nähe der belgischen Grenze beispielsweise ist heute noch ein Zeugnis der vulkanischen Vorgeschichte unserer Region. Die versteinerte Lava enthält Mineralien aus dem Erdinneren, die durch Vulkanausbrüche an die Oberfläche gelangten.

Wie wird Urgesteinsmehl hergestellt?

Urgesteinsmehl wird durch das Zermahlen massiver vulkanischer oder plutonischer Gesteine hergestellt. Hier wird das Gestein unter hohem Energieverbrauch zunächst in kleine Stücke zerkleinert und schließlich in einer Steinmühle zu einem feinen Pulver zerkleinert. Dazwischen werden immer wieder gröbere Gesteinsbestandteile herausgefiltert. Die am häufigsten verwendeten Gesteine sind:

  • Basalt
  • Diabas
  • Lava
  • Quarz
  • Zeolith
  • Granit (eher seltener)

Mitunter werden auch Tonmehle (Bentonit) zu den Gesteinsmehlen gezählt. Allerdings besitzen diese vollkommen andere Eigenschaften und werden folglich auch für andere Zwecke verwendet.

Welche Inhaltsstoffe sind in Urgesteinsmehl enthalten?

Da Urgesteinsmehl ein natürliches Material ist, das viele wertvolle Bestandteile kombiniert, ist es ein ausgewogener Dünger und belastet den Boden des Gartens nicht, wenn es richtig verwendet wird. Auch eine einseitige Überversorgung ist mit dem Steinmehl kaum möglich. Die Vorteile von Urgesteinsmehl im sind jedoch vielfältig. So versorgt das Substrat den Boden und die darin enthaltenen Lebewesen mit essentiellen Nährstoffen und fördert so ein gesundes Gleichgewicht.

Da Mineralien und Spurenelemente aus verwittertem Gesteinsmehl teilweise und langsam freigesetzt werden, ernähren sie die Pflanzen langfristig und gleichmäßig. Die im Gesteinsmehl enthaltenen Substanzen und ihre Anteile hängen stark von den verwendeten Ausgangsgesteinen ab. So hat zum Beispiel Lavamehl einen signifikant höheren Anteil an Eisenverbindungen als Diabas- oder Basaltmehl.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass zahlreiche Spurenelemente enthalten sind, die mittel- oder langfristig an den Boden abgegeben werden. Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium und Eisen sowie Kieselsäure, Kalium und einige Spurenelemente wie zum Beispiel Molybdän und Mangan sind wichtige Bestandteile von Urgesteinsmehlen.Es enthält eine Vielzahl verschiedener Mineralstoffe und Spurenelemente. Darunter:

Nährstoff
Wirkung für Pflanzen
Bor
Verbessert Membranstabilität, Fördert Pflanzwachstum
Calcium
Fördert Wurzelwachstums, Aufbau von Zellwänden
Eisen
Essenziell bei der Chloropyllbildung, Fördert Pflanzwachstum
Kalium
Reguliert den Wasserhaushalt
Kobalt
Fördert das Pflanzenwachstum
Kupfer
ist Bestandteil verschiedener Enzyme
Magnesium
Sorgt für gute Beweglichkeit in der Pflanze und verbessert die Membranstabilität
Mangan
ist an der Synthese von Vitamin C beteiligt
Natrium
trägt zur effizienten Wassernutzung bei
Nickel
Ist an der Bildung von Enzymen beteiligt
Zink
Bestandteil von Enzymen

Die genaue Zusammensetzung kann sich aufgrund der verschiedenen Arten natürlich unterscheiden, weswegen je nach Bodenbeschaffenheit und pH-Wert passen ausgewählt werden sollte.

Welche Arten von Gesteinsmehl gibt es?

Diabas

Gesteinsmehle auf Basis von Diabas werden aufgrund ihres hohen Calciumgehaltes gerne zur Regenerierung versauerter Böden verwendet.

Basalt

Steinmehle aus Basalt oder Granit hingegen können stark alkalische Böden abzusäuern. Derartige Gesteinsmehle eignen sind auch als Kompostierungszugabe: Hier erhöhen die feinen Mehle vor allem die Aktivität der sich im Kompost befindenden Mikroorganismen.

Zusätzlich wird die Enzymaktivität durch die Spurenelemente positiv beeinflusst, wodurch das organische Material im Komposthaufen schneller abgebaut und durch die Mikroorganismen verdaut werden kann.

Lava

Die Verwendung von Lavamehl ähnelt dem der anderen Gesteinsmehle. Darüber hinaus ist dieses Substrat bei der Versorgung von Rasen oder Gemüse von großem Vorteil, da es eine große Menge an Nährstoffen enthält.

Betonit

Gesteinsmehle aus gemahlenem Ton wie beispielsweise Bentonit verbessert bei Sandböden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen.

Zeolith

Zeolithmehl dient ebenfalls in erster Linie zur Verbesserung des Speichervermögens des Bodens. Das Mehl in der Lage, verschiedene Nährstoffe bei Bedarf an die Pflanze abzugeben. Bei der Verwendung von Zeolithmehl sollte aber beachtet werden, dass dieses Substrat in Böden mit pH-Werten über acht recht alkalisch wirkt. Mit sehr groben Zeolith aus Aluminium und Silizium lockert man feste lehmige Böden auf.

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Urgesteinsmehl verbessert die Bodeneigenschaften im Garten

Die Verwendung von Urgesteinsmehl im Garten

Verbesserung der Bodenqualität

Bei Urgesteinsmehlen wird zwischen alkalischen und sauren Sorten unterschieden. Abhängig vom pH-Wert des Bodens und den Pflanzenanforderungen kann das Steinmehl für den richtigen Ausgleich sorgen.

Insbesondere in Böden mit einem nahezu neutralen pH-Wert kann sich eine übermäßige Zufuhr dieses Steinmehls negativ auf das Pflanzenwachstum auswirken. Zu hohe pH-Werte (über 7,5) sorgen dafür, dass bestimmte Nährstoffe nicht an die Pflanzenwurzeln freigesetzt werden können und Mikroorganismen zu viel Humus abbauen. Für den großräumigem Einsatz von Zeolithmehl muss der Boden-pH-Wert vorab gemessen werden.

Für die korrekte Verwendung im Garten empfiehlt es sich, Gesteinsmehl einmal im Jahr in den Boden zu graben. Laut Herstellerangaben sollten etwa 100 bis 500 Gramm pro m2 verwendet werden. Die Menge richtet sich allerdings nach folgenden Kriterien:

  • Welcher Bodentyp ist verfügbar? (tonig, sandig, Mischboden)
  • Welcher pH-Wert ist verfügbar?
  • Welche Pflanzen sollen wachsen (Schwachzehrer, Mittelzehrer, Starkzehrer)

Pflanzen, die in einer sauren Umgebung zu Hause sind, benötigen nur kleine Mengen Steinmehl. Für Starkzehrer wie Tomaten beispielsweise kann die Menge etwas größer sein. Zum einen, weil Gesteinsmehl die physikalischen Eigenschaften des Bodens verbessert. Zum anderen werden in den Boden wichtige Mikronährstoffe eingebracht, was sich langfristig auswirkt.

Gesteinsmehl für Gehölze

Auch im Obstanbau kann Gesteinsmehl gute Dienste leisten: Speziell da, wo ein Schädlingsbefall mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr zu bekämpfen ist oder es momentan keine geeigneten beziehungsweise zugelassenen Mittel auf dem Markt gibt, kann die Gesundheit der Gehölze durch den Einsatz von Gesteinsmehl langfristig gestärkt werden.

Zum Ausbringen streut man das Gesteinsmehl entweder an windfreien Tagen per Hand aus oder vermischen es mit etwas Wasser und gießen es dann in den Wurzelbereich der Bäume und Sträucher.

Steinmehl kann auch im Obstbau verwendet werden: insbesondere, wenn der Schädlingsbefall nicht mehr mit herkömmlichen Mitteln bekämpft werden kann oder wenn derzeit kein geeignetes oder zugelassenes Mittel auf dem Markt ist.

Durch die Verwendung von Steinmehl kann die Gesundheit von Gehölzen langfristig verbessert werden. Für die Anwendung streut man das Gesteinsmehl an einem windstillen Tag oder man mischt es mit Wasser und gießt es in den Wurzelbereich.

Dünger für Nutzpflanzen

Urgesteinsmehl eignet sich besonders als Dünger für Tomatenpflanzen, da es häufigen Mangelerscheinungen wie Mehltau wirksam vorbeugt und den Geschmack nicht beeinträchtigt. Pflanzen und Ertrag profitieren zudem von der verbesserten Wasserspeicherkapazität des Bodens.

Für die Düngung von Tomatenpflanzen mit Steinmehl wird empfohlen, das Mittel mit Gießwasser vorzumischen. Zur Vorbereitung des Beetes kann das Steinmehl auch trocken ausgebracht werden. Man arbeitet das Mehl mit einer Hacke flach in den Boden ein. Das Urgesteinsmehl sollte etwa drei bis fünf Zentimeter mit Erde bedeckt sein.

Wenn man Bohnen, Erbsen oder Karotten anpflanzen, streut man Urgesteinsmehl direkt in die Pflanzenreihe. Bei Beerenobst bestreut man die Wurzeln der Sträucher mit Dünger. Bei Erdbeeren kann man das Mehl direkt auf die Pflanzen und unter die Blätter geben.

weitere Einsatzgebiete für Gesteinsmehl

Kompost: Das Urgesteinsmehl kann in den Kompost gemischt werden und dabei helfen, die organischen Materialien zu zersetzen. Der Kompost wird schneller abgebaut und ist reich an Mineralien.

Schädlingsbekämpfung: Dazu bestreut man die Blätter und den Boden um die Pflanzen mit dem Urgesteinsmehl. Das staubige Mehl bildet eine natürliche Barriere gegen Schnecken und Raupen. Die Tiere verlieren den Appetit auf das Gemüse, werden aber nicht getötet.

Fäulnis: Urgesteinsmehl wirkt gegen Pilze. Es saugt Feuchtigkeit aus dicht verwachsenen Pflanzen und verhindert so Fäulnis. In der Biotonne verwendet hält das Gesteinsmehl Gerüche und Fäulnis zurück.

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Vorsicht im Umgang mit Urgesteinsmehl

Ob es darum geht, das Blattwerk zu schützen, den Boden anzureichern oder das Steinmehl als Dünger zu benutzen; der Umgang mit Urgesteinsmehl ist alles andere als gesund. Daher ist bei jeder Verwendung ein Atemschutz erforderlich. Eine Schutzbrille, Gartenhandschuhe und sorgfältige Handhabung sind ebenfalls wichtig. 

Kinder und Haustiere sollten während des Einsatzes ferngehalten werden. Da jederzeit mit aufkommenden Wind zu rechnen ist oder dieser sich drehen kann, sollte sich während der Anwendung möglichst niemand im Garten oder gar in der Nähe aufhalten.

Ist Urgesteinsmehl – besser als künstlicher Dünger?

Steine für Urgesteinsmehl kommen meist aus Deutschland und haben daher relativ kurze Transportwege. In Steinbrüchen, vor allem in Süddeutschland, wird im Tagebau Basalt oder anderes Lavagestein abgebaut.

Steinbruch bedeutet allerdings auch einen erheblichen Eingriff in die Natur. Der Boden, der abgetragen wird, kann nicht mehr reproduziert werden. Unter diesem Aspekt ist Steinmehl ein natürlicher, aber nicht nachhaltiger Dünger.

Aber auch ein künstlicher Mineraldünger ist problematisch: Viele Sorten setzen sich mehr oder weniger aufwendig aus Mineralsalzen und Stickstoff zusammen. Mineralien fördern auch Hersteller im Bergbau. Beispielsweise wird das Magnesiumsalz für das Düngemittelgranulat unter Tage abgetragen und anschließend verarbeitet.

Stickstoff im Dünger ist für den Klimaschutz unverzichtbar. Der chemische Prozess, mit dem es hergestellt wird, verbraucht viel Energie. Das Lexikon der Chemie erklärt, dass Stickstoffdünger etwa 1% des globalen Energieverbrauchs darstellt. Ein Teil dieser Energie stammt aus Kohlekraftwerken, die Feinstaub abgeben und das Klima schädigen.

Die “Überdüngung” der Felder führt zu Dünger im Wasserkreislauf. Dort kann sich der Sauerstoff im Wasser mit dem Stickstoff zu Nitrat verbinden. Es stimuliert auch das Algenwachstum. Fische und Wassertiere atmen in diesen Gewässern kaum Sauerstoff.

Künstlicher Stickstoffdünger setzt Lachgas frei, eines der klimaschädlichen Treibhausgase. Dies kann während der Produktion in die Atmosphäre entweichen.

Wenn man mit Steinmehl vorsichtig umgeht, ist dieser Mineraldünger wesentlich besser für die Umwelt als Kunstdünger. Wenn man dann dem Boden die extrahierten Nährstoffe über kompostierten Gartenabfall wieder zufügt, ist die Pflege des Gartens noch nachhaltiger.

Gesteinsmehl und der Pflanzenschutz

Als Pflanzenschutzmittel wird Urgesteinsmehl nur im trockenen Zustand verwendet. Die leicht feuchten Blätter werden von beiden Seiten mittels einer Puderspritze bestreut, um Fraß von Schnecken, Raupen und Blattläusen zu verhindern und Pilzinfektionen vorzubeugen.

Alternativ kann eine weiche Bürste beim Verteilen des Puders zur Hilfe genommen werden. Eingetaucht in das Gesteinsgranulat ist ein präzises Auftragen mit geringem Verlust möglich.

Das Pulver sollte jedoch nicht während der Blüte verwendet werden, da dies die Befruchtung erschweren oder vollständig verhindern kann.

Was ist beim Kauf von Gesteinsmehl zu beachten?

Der Kauf von Urgesteinsmehl ist für alle Hobbygärtner interessant, da das Substrat vielfältig einsetzbar ist. Vor allem, wenn man den Boden nachhaltig bewirtschaften möchten. Es gibt eine große Auswahl an Gesteinsmehlen – aber oft unterscheiden sich die Produkte nur durch den Namen.

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Der Preis für Steinmehl variiert je nach Hersteller und Produkt. Üblicherweise werden Mengen von 5, 10 oder 25 kg verwendet, wobei der Preis pro Kilo bei etwas unter 1 € liegt. Lavamehl ist in der Regel etwas teurer, sollte aber möglichst favorisiert werden. Dieses Mehl hat normalerweise den höchsten Eisengehalt aller Mineralien und enthält auch andere sehr wichtige Spurenelemente.

Fazit: Steinmehl ist kein magisches Pulver, sondern hat physikalische Eigenschaften, die es zu einem wichtigen und vor allem natürlichen Teil des gesunden Gartenbodens machen.

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