Die Schritt für Schritt Anleitung zum Hecke schneiden

Hecken sind ein wesentlicher Bestandteil vieler Gärten: Sie schützen vor ungewollten Blicken und können den Garten als Bauelemente strukturieren. Nachdem man eine Hecke gepflanzt hat, achtet man darauf, dass sie mit dichten und kräftigen Zweigen wächst und die gewünschte Form behält.

In unserem Garten-Fibel Ratgeber zeigen wir die beste Technik für das Schneiden einer Hecke und verraten wann die beste Zeit für den Heckenschnitt ist, denn nur dann kann sie auf lange Sicht hin den kleinen Tieren einen Lebensraum bieten und uns Menschen als dekorativer Sichtschutz dienen.

Dazu stellen wir uns folgende Fragen:

  1. Wann ist der richtige Zeitpunkt eine Hecke zu schneiden?
  2. Welches Werkzeug brauche ich für den Heckenschnitt?
  3. Wie schneide ich die Hecke richtig?
  4. Wie bessere ich Schadstellen in der Hecke aus?

Wann ist der richtige Zeitpunkt eine Hecke zu schneiden?

Zu Beginn gleich vornweg: Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt eine Hecke zu schneiden, denn der perfekte Heckenschnitt besteht aus mehreren Schnitten im Jahr.

Für den ersten Schnitt der Hecke ist bereits der Februar bestens geeignet. Schneidet man – wenn es das Wetter zulässt – bereits zu diesem Zeitpunkt, sorgt man für gleichmäßiges und dichtes Wachstum der Hecke. Im Frühsommer folgt dann ein deutlich abgeschwächter Schnitt, der lediglich Formvorbereitend ist. Um das Wachstum für die nächste Gartensaison anzuregen und um Frostschäden zu vermeiden bietet sich im August ein 2. Formschnitt der Hecke an.

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Aktivtiger-Tipp:

Achtung: Für den Heckenschnitt gibt es Natuschutz-Bestimmungen und Gesetze zum Wohle der Tiere, die in den Hecken ihren Brut- und Lebensraum haben. In der Regel ist der starke Beschnitt von März bis September nicht erlaubt. Konkret regeln das aber die eigenen Bundesländer bzw. Gemeinden.

Die besten Bedingungen für das Schneiden von Hecken bietet eher trübes und bewölktes Wetter. Man sollte auf jeden Fall brennende Sonne vermeiden, da sonst die frischen Schnittstellen schnell braun und optisch unansprechend werden können. Ganz besonders Hecken aus Eibe sind dafür sehr anfällig.

Zu starke Sonne, Hitze und Austrocknung von Sträuchern kann man auch vermeiden, wenn man spät Nachmittags mit dem Heckenschnitt beginnt. Zu dieser Zeit sind die Sträucher und Hecken weniger empfindlich, weil sich der Pflanzensaft bereits aus Blättern und Zweigen in die dickeren Zonen der Stämme zurückgezogen hat.

Welches Gartenwerkzeug braucht man für den Heckenschnitt?

An oberster Stelle beim Werkzeug steht die passende Heckenschere. Dabei unterscheidet man Heckenscheren vor allem in ihren verschiedenen Antriebsarten:

  • manuelle Heckenschere
  • elektrische Heckenschere
  • elektrische Akku-Heckenschere
  • Heckenschere mit Benzinmotor

Motorisierte Heckenscheren sind eher für Profis gedacht und wiegen auch mehr als fünf Kilo und sind daher nicht sehr praktisch. Kabellose Heckenscheren wiegen etwa drei Kilogramm, aber einige Batterien haben Laufzeiten von nur 50 Minuten. Daher sollten man die Zeit für den Schnitt schätzen, bevor man sich ein solches Gerät kaufen.

Die Art der Absicherung ist auch entscheidend für die Qualität des Werkzeugs: Für Hecken, die leicht zu schneiden sind, können einfache Qualitäten ausreichen. Bei dickerem Holz versagt billige Geräte oft schnell, z.B. wenn die Sägeblätter von schlechter Qualität sind und nicht gut verarbeitet sind, oft mit schlechter Motorleistung oder Materialermüdung. In vielen Tests schnitten “billige” Geräte entsprechend schlecht ab. 

Ein sehr gutes Garten-Allroundwerkzeug für den Heckenschnitt, mit dem man gleichzeitig hervorragende Baumpflege betreiben kann, ist ein Hochentaster. 

Wir haben in unserem Hochentaster-Test einige dieser Geräte genauer unter die Lupe genommen und so ist es nicht verwunderlich, dass unser Profitipp im Bereich der Hochentaster gleichzeitig als Heckenschere genutzt werden kann, die auf Wunsch auch noch mit ihrer besonderen Reichweite glänzt.

Neben der Auswahl des Schnittgeräte selbst benötigt man noch einen Korb oder eine Schubkarre um den Verschnitt zu beseitigen. Groben Verschnitt kann man dabei beim örtlichen Wertstoffmarkt abgeben. Kleinere Menge sind bestens für einen Thermokomposter oder im Zweifel für die grüne bzw. braune Tonne geeignet.

Wenn man für den Schnitt seiner Hecke eine maschinell angetriebene Heckenschere benutzt, sollte man unbedingt auch an die passende Kleidung denken. Dabei geht es weniger um modische Gartenkleidung, sondern vielmehr um eine passende Sicherheits-Schutzkleidung und -ausrüstung.

Für Schnittarbeiten geeignete Kleidungsstücke sind mit einer passenden Zwischenschicht aus besonders reißfesten Stofffasern versehen. Diese Fasern haben der Vorteil sich bei Kontakt mit einem laufenden Schnittgerät, um bzw. in die Antriebseinheit verwickeln und diese damit blockieren. Entsprechende Sicherheitsschutzkleidung gibt es in 2 Schutzklassen. In Schutzklasse 1 kann die Geschwindigkeit bei einer Kettensäge bis zu 20 Meter pro Sekunde betragen und in Schutzklasse 2 sogar bis zu 24 Meter pro Sekunde.

Neben sicherer Oberbekleidung gehören auch ein Schutzhelm, sowie feste schnittsichere Handschuhe zur Arbeitsausrüstung. Wer empfindliche Ohren hat sollte auch einen Gehörschutz tragen. Auf jeden Fall muss man die Augen schützen, um der Gefahr umherfliegender kleinster Splitter nicht unmittelbar ins Auge sehen zu müssen. Mit einer wie im folgenden abgebildeten professionellen Schutzkleidung ist man perfekt gerüstet.

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Wie geht man nun vor, um die Hecke richtig zu schneiden?

Nicht jeder Hobbygärtner ist perfekt geübt darin einen dauerhaft geraden Schnitt mit einer Heckenschere durchzuführen und eh man sich versieht ist die Hecke schief und krum. Hier kann man sich behelfen, indem man zwischen 2 Stäben, Wäschestangen, großen Stehleitern, Bäumen in unmittelbarer Nähe einen gut sichtbaren Faden entlang der gewollten Schnittkante aufspannt. So kann man sich immer an der richtigen Höhen orientieren.

Zuerst schneiden die Seitenflächen (z.B. mit einem längeren Scherenschwert) von unten nach oben, erst dann folgt der Schnitt der Krone. Überprüfen Sie dazwischen immer den Gesamteindruck und gleichen Sie kleine Fehler aus. So kann beispielsweise der Heckenschnitt im Komposter entsorgt oder zum Mulchen verwendet werden.

Eine Hecke sollte idealerweise eine trapezförmige Struktur haben. Das bedeutet, sie sollte nach oben hin schmal sein, also an der Basis breiter sein als an der Krone. Dies wird auch als konischer oder pyramidenförmiger Schnitt bezeichnet. Auf diese Weise gelangt genügend Licht in den unteren Teil der Pflanze und das Holz wird nicht von unten nicht kahl.

Weiterer Vorteil dieser Schnittform ist die Wetterbeständigkeit im Winter. Die stabile Trapezform ermöglicht nämlich eine gleichmäßige Lastverteilung, was sich besonders bei Schnee bewährt. 

Dieser Trapezschnitt ist besonders wichtig in Hecken von Nadelbäumen (Koniferen), Thuja und Zypresse zum Beispiel treiben sonst überhaupt nicht oder erst nach Jahren aus. Deswegen dürfen sie auch nicht auf das alte Holz zurückgeschnitten werden. Insbesondere sollten immergrüne Heckenpflanzen nicht an heißen, sonnigen Tagen geschnitten werden.

Wem eine glatte Oberfläche der Hecke nicht gefällt, kann sich auch am Rundschnitt versuchen. Das erfordert allerdings einiges an Übung mit der Heckenschere. Für den Verschnitt sollte man ein Verhältniss von 1 zu 10 einhalten. Damit ist gemeint, das der obere Teil der Hecke etwa 10% schmaler in der Breite, als die Hecke hoch ist. Im Beispiel. Wenn die Hecke 2 Meter hoch ist, dann sollte sie oben etwa 20 cm schmaler sein, als unten.

Wie kann man Schadstellen in einer Hecke ausbessern?

Wenn man Löcher in der Hecke hat, gibt es verschiedene Wege sich mit einfachen Mitteln zu behelfen und die Löcher in der Hecke zu stopfen. Hier kann man sich mit ein paar Zweigen oder Bambusstäben behelfen. Diese bindet man zu einem Kreuz oder Gitter zusammen, was die Schadstelle bedeckt. Anschließend befestigt man das Gitter auf dem Loch in der Hecke, zum Beispiel indem man es an anderen Zweige anbindet. Nun sollte man noch die um die Stelle befindlichen Zweige etwas zurückschneiden. Das regt diese zu verstärktem Wachstum an, damit sie sich schneller um die Stäbe ranken. Auf diese Weise sind Löcher in der Hecke schnell verschwunden.

Neben Löchern an der Seite sind auch kahler werdende Bereiche am unteren Teil der Hecke ein weit verbreitetes Problem. Wenn man sich an unsere Schnittanleitung hält, sollte das eigentlich nicht passieren aber vielleicht wurde die Hecke vorher nicht ganz sauber bearbeitet.

Man muss sich bewusst werden, das Hecken oder Pflanzen im allgemeinen dort mehr nachwachsen, wo sie auch verschnitten werden. Verzichtet man also auf den Schnitt im unteren Bereich ist dies kontraproduktiv, da hier die Hecke kein nachhaltiges Wachstum erlangt. Abhilfe schaft man, indem man das untere Gehölz um etwa die Hälfte oder teilweise auch mehr zurückschneidet. Aber Achtung: nur ans noch lebende Holz heran und nicht darüber hinaus schneiden.

Dank eines derartigen starken Verschnittes (Achtung Schnittzeiten beachten!) kann sich die Hecke unten schnell erholen und wieder nachwachsen. Ein weiterer Ansatz kann auch sein, längere Triebe direkt auf den Boden zu biegen und dort zu fixieren. Mit der Zeit schlagen diese Wurzeln und bilden somit neue Triebe, die sich mit der Hecke verbinden können.

 

Eine Hecke richtig schneiden ist gar nicht schwer. Mit dem richtigen Werkzeug, regelmäßigem und sauberen Verschnitt erhält man eine gesunde und dekorative Hecke für den eigenen Garten.

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